Die reiche Sammlung von Max Rooses
Max Rooses (1839-1914) war ein leidenschaftlicher Sammler alter Stiche und Zeichnungen, die die Größe der grafischen Kunst in Antwerpen im 16. und 17. Jahrhundert veranschaulichten. Er sammelte auch Grafiken, mit denen die Ausgaben von Christoffel Plantin und der Familie Moretus illustriert wurden. Außerdem besaß er moderne Stiche und Zeichnungen aus der Zeit nach 1800.
Rooses vervollständigte Schritt für Schritt seine grafische Sammlung. 1875 überzeugte er die Antwerpener Stadtverwaltung davon, die Grafiksammlung von Edward Ter Bruggen zu kaufen. 1898 vermachte der Antwerpener Kupferstecher und Kupferstichhändler Jozef Linning Rooses seinen Nachlass. Konservator Rooses legte den Kurs fest, den seine Nachfolger weiter verfolgten.
Ein neues Gebäude für ein ständig wachsendes Kupferstichkabinett
Das Kupferstichkabinett hat seine Sammlung im Laufe der Jahre mit mehreren durch Schenkungen oder Ankäufe erworbenen Kunstsammlungen erweitert. 1936 beschloss die Antwerpener Stadtversammlung, die baufälligen städtischen Gebäude auf der Ecke des Vrijdagmarkt und der Heilige Geeststraat abzureißen und Platz für einen Neubau zu schaffen, der architektonisch an das angrenzende Museum Plantin-Moretus anschloss. Am 11. März 1939 weihte der damalige Bürgermeister Camille Huysmans das Städtische Kupferstichkabinett Antwerpens offiziell ein.
Museum und Kupferstichkabinett offizell eine Einheit
2004 wurde das Museum Plantin-Moretus zusammen mit dem Kupferstichkabinett vom Ministerium der Flämischen Gemeinschaft als staatliche Einrichtung anerkannt und somit die Einheit der beiden Einrichtungen auch auf formaler Ebene bestätigt. Im Anschluss an diese Bestätigung verfiel die Bezeichnung „Städtisch” und die Einrichtung erhielt offiziell den Namen Museum Plantin-Moretus/Kupferstichkabinett.
Museum Plantin-Moretus: Quelle der Inspiration
Das Museum möchte das Kupferstichkabinett erweitern. Das Kupferstichkabinett ist eine Plattform für zeitgenössische Antwerpener Zeichner und Grafiker und bietet den Künstlern die Sammlung auch als Quelle der Inspiration an. Die Integration hochwertiger zeitgenössischer Kunst und die intensive Zusammenarbeit mit Gegenwartskünstlern lassen sich nahtlos in die Politik des Museums Plantin-Moretus einfügen.