Von Handbüchern bis zu gewichtigen Standardwerken und von Weltkarten bis zu Bibeln: Die Bibliothek ist so vielfältig, weil sie über Jahrhunderte hinweg von unterschiedlichen Persönlichkeiten erweitert wurde – jede mit eigener Motivation. Christoffel Plantin kaufte zunächst Bücher, um seine Korrektoren zu unterstützen und die Texte für gedruckte Ausgaben zu nutzen. Sein Enkel Balthasar I. Moretus war begeistert von klassischen Autoren und Werken über die Antike. Unter den späteren Leiterinnen und Leitern der Druckerei entwickelte sich die Bibliothek zu einem Wissenszentrum für Gelehrte wie Nicolas Heinsius und Franciscus Junius.
Auch nach der Umwandlung zum Museum wuchs die Bibliothek weiter. Der erste Kurator Max Rooses ergänzte die ursprünglichen Werke von Plantin und Moretus um noch fehlende Ausgaben und Materialien aus dem 16. Jahrhundert von anderen Antwerpener Drucker-Verlegern. Dank einer sorgfältigen Ankaufspolitik verfügt die Bibliothek heute über die weltweit vollständigste Sammlung von Drucken, die aus den Pressen der Officina Plantiniana hervorgegangen sind.